ERF 2016

Nachbericht Europäisches Ressourcen-Forum 2016

Organisiert vom Umweltbundesamt fand das Europäische Ressourcenforum (ERF) 2016 mit über 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Anklang. Zahlreiche Expertinnen und Experten regionaler, nationaler und internationaler Organisationen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Intermediären, Unternehmen und Zivilgesellschaft waren anwesend. Es wurde deutlich, dass das ERF 2016, wie auch in den vorangegangenen Jahren, als Plattform zum Austausch und zur Diskussion europäischer und internationaler Fragen der Ressourceneffizienz im Kreise interessierter Akteure wohlwollend aufgenommen wurde.

In ihren Eröffnungsreden betonten Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks die Bedeutung die unausweichlichen sozialen, ökologischen und letztlich auch ökonomischen Folgen eines auf fossilen Energieträgern basierenden Wirtschaftswachstums. Barbara Hendricks verwies in diesem Zusammenhang auf ihre Teilnahme an der 22. UN-Klimakonferenz vom 7. bis 18. November 2016 in Marrakesch und die Verankerung von Ressourceneffizienz im Pariser Klimaabkommen. Mit seinem Ressourceneffizienzprogramm ProgRess II positioniere sich Deutschland deutlich als Vorreiter im Bereich des Ressourcen- und Klimaschutzes, was unter anderem auch als Wirtschaftsfaktor für das Land zu werten sei. Dennoch sei das Ziel eines Ressourcenverbrauchs innerhalb der planetaren Grenzen nur unter gemeinsamen internationalen Anstrengungen zu erreichen. Das Europäische Kreislaufwirtschaftspaket, die G7-Allianz für Ressourceneffizienz und die bevorstehende deutsche G20-Präsidentschaft definierte Hendricks dabei als politische Meilensteile. Dr. Janez Potocnik, Stellv. Vorsitzender des UNEP International Resource Panel ergänzte die Notwendigkeit nach konkreten Indikatoren im anstehenden „Jahrhundert der Ressourcen“. Langfristig sei eine absolute Entkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum notwendig. Dies wiederum könne nur durch einen Systemwandel auf Basis einer „Circular Economy“, innovativer Modelle des Wirtschaftens und eines nachhaltigen Haushaltens mit Ressourcen und Treibhausgasen erreicht werden.   

Der weitere Verlauf der Konferenz folgte vier thematischen Blöcken: Der internationalen Perspektive auf Ressourceneffizienz und der Bedeutung von innovativen Modellen des Wirtschaftens am ersten Veranstaltungstag; der Bedeutung der Schnittstelle zwischen Stadt und Land sowie Ansätzen für Ressourceneffizienz in unterschiedlichen europäischen Ländern, anhand Guter-Praxis-Beispiele und internationaler Governance-Strukturen am zweiten Veranstaltungstag.

Ergebnis der Vorträge und Podiumsdiskussionen war die übergreifende Erkenntnis, dass die rege fachliche Diskussion um messbare Ziele und konkrete Maßnahmen nicht ohne eine Debatte um die Kombination geeigneter politischer Maßnahmen („Policy-Mixes“) geführt werden könne. Vernetzte Politikbereiche wie Klima, Mobilität oder Energie könnten nur so in ihrer Komplexität erfasst und gemeinsam mit Ansätzen zur Ressourcenvermeidung, wie z.B. dem diskutierten „3R“-Modell „Reduzieren (Reduce)“, „Wiederverwenden (Reuse)“ und „Recyceln (Recycle)“ betrachtet werden. Einigkeit unter den Expertinnen und Experten bestand dabei auch in einer Ausweitung des Dialogs mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auf dieser Grundlage könne Druck auf internationale Verhandlungen in europäischen Institutionen, der G7, G20 oder auf weiteren relevanten Ebenen aufgebaut werden. „Global Governance“ im Bereich der Ressourcen- und Klimapolitik wurde damit als multilateraler Prozess verstanden, der sich nicht auf einzelne Ansätze beschränken dürfe, sondern auch scheinbar periphere Maßnahmen mit einschließe. Zugleich fanden relevante regionale und nationale Ansätze Eingang in die Veranstaltung – die Vorstellung innovativer Modelle und strategischer Ansätze aus teilnehmenden Ländern bot damit die Möglichkeit zu Austausch, Vernetzung und Diskussion.

Rede von BM Hendricks beim ERF 2016 (PDF)

Link zum Nachbericht Nationales Ressourcen-Forum 2016

Link zum Nachbericht Europäisches Ressourcen-Forum 2014

Barbara Hendricks, Janez Potocnik u.a. auf dem European & National Resource Forum Berlin 2016

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