NRF 2016

Nachbericht Nationales Ressourcen-Forum 2016

Mit über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand das Nationale Ressourcenforum (NRF) 2016, das vom Umweltbundesamt in Kooperation mit dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz ausgerichtet wurde großen Anklang. Die rege Teilnahme zahlreicher Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, dem Bereich der Intermediäre, Unternehmen und Zivilgesellschaft zeigt deutlich, dass Ressourceneffizienz in Deutschland weiterhin als Kernthema an der Schnittstelle von Umwelt- und Wirtschaftspolitik diskutiert und voran getrieben wird.

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts, Ralph Appel, Direktor und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. sowie Dietmar Horn, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten der Umwelt-, Bau- und Stadtentwicklungspolitik im BMUB, betonten die herausragende Bedeutung der Ressourceneffizienz für den Klimaschutz, den ökonomischen Erfolg von Unternehmen und Staaten sowie die nachhaltige Entwicklung.

Das Umweltbundesamt hat einen Ressourcenbericht vorgelegt, in dem wichtige Daten und Fakten zum Ressourcengebrauch in Deutschland umfassend und ansprechend aufbereitet sind. Der VDI arbeitet an einer Reihe von Richtlinien, die Unternehmen helfen können, geeignete Ressourcen­effizienz­maß­nahmen zu identifizieren, zu bewerten und umzusetzen. Das BMUB betonte, dass Materialverbrauch und Klimaschutz in allen Sektoren zwei Seiten einer Medaille sind. Die drei Redner waren sich einig, dass die gemeinsame Betrachtung der Anstrengungen im Energie- und Materialbereich große Synergiepotenziale berge und aus inhaltlicher Sicht unerläßlich sei.

Die erste Podiumsdiskussion fokussierte darauf, welche Rolle das Thema Ressourcenschonung in der politischen Stiftungsarbeit spielt und welche Rolle die politischen Stiftungen der großen Parteien in Deutschland für die Steigerung der Ressourceneffizienz spielen. Dabei wurde deutlich, dass die Stärke der Stiftungen insbesondere darin liegt, unterschiedliche Akteure im In- und Ausland, aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und von unterschiedlichen politischen Ebenen zum Dialog über wichtige Themen zusammen zu führen.

Die zweite Plenarsitzung beschäftigte sich mit der Frage, wie der Transfer vorliegender Forschungsergebnisse in die Praxis verbessert werden könnte. Es wurde von zahlreichen Erfolgsbeispielen berichtet, bei denen ein direkter Austausch zwischen Forschung und Wissenschaft bereits in einem frühen Stadium der Forschung mit potenziellen Anwenderinnen und Anwendern aus der Industrie zur erfolgreichen Entwicklung und Markteinführung von Produktinnovationen führte. Vorgestellt wurden u. a. die Ergebnisse eines Fachgesprächs der Ressourcenkommission am Umweltbundesamt zum Thema. Als ein weiteres Erfolgsrezept für die Markteinführung ressourceneffizienter Produkte wurde das anhaltende Reden über wichtige Ressourceneffizienz-Innovationen identifiziert, was nicht allein durch punktuelle Preisverleihungen oder Markteinführungsförderungen geleistet werden könne.

Die dritte Plenarsitzung beschäftigte sich mit dem Ressourcenschutz im urbanen Kontext. Durch die zunehmende Urbanisierung und die wachsende Weltbevölkerung haben die Weichenstellungen, die durch Investitionen in urbane Infrastrukturen in den nächsten Jahren erfolgen, einen erheblichen Einfluss auf die globale Entwicklung der Ressourceneffizienz. Experten aus Wissenschaft, Kommunen und weiteren öffentlichen Einrichtungen diskutierten über Herausforderungen und mögliche Herangehensweisen in diesem Bereich. Als ein Ansatzpunkt wurde die Verbesserung der statistischen Datenlage identifiziert.

In der letzten Plenarsitzung diskutierten hochrangige Referenten aus dem öffentlichen, finanzwirtschaftlichen und Unternehmensbereich über die Möglichkeiten der Finanzierung von Ressourceneffizienzmaßnahmen in Unternehmen. Dabei wurde deutlich, dass die Förderkreditangebote im Umweltbereich in Zeiten niedriger Zinsen keine ausreichenden Anreize bieten, um den Zusatzaufwand der Beantragung solcher Mittel im Vergleich zu konventionellen Kreditfinanzierungsformen auszugleichen. Ferner beträfen die Bewilligungskriterien für klassische Finanzierungsformen seitens der Banken traditionell in erster Linie die Bonität der Unternehmen und weniger den Verwendungszweck, wie z. B. Ressourceneffizienz.

Insgesamt konnten auf der Konferenz viele wichtige Themenbereiche für die Steigerung der Ressourcenproduktivität in Deutschland im Kreis von Experten diskutiert werden und so neue Ideen und Ansatzpunkte für die weitere Arbeit der Beteiligten identifiziert werden.

Eröffnungsrede von Dietmar Horn (BMUB) auf dem 3. Nationalen Ressourcen-Forum 2016 (PDF)

Link zum Nachbericht Europäisches Ressourcen-Forum 2016

Link zum Nachbericht Nationales Ressourcen-Forum 2014

Barbara Hendricks, Janez Potocnik u.a. auf dem European & National Resource Forum Berlin 2016

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