12. Netzwerkkonferenz

12. Netzwerkkonferenz - Nachbericht

    Ressourceneffizienz als Innovationstreiber 
    - heute und zukünftig

    Im Zentrum der 12. Netzwerkkonferenz stand die Ressourceneffizienz als Treiber von Innovation. 110 Teilnehmer diskutierten über erfolgreich praktizierte Ressourceneffizienz in Unternehmen, die praxisnahe Weiterentwicklung des Themas auf nationaler und europäischer Ebene und mögliche Zukunftsszenarien.

    In seinem kurzen Eröffnungsstatement, nahm der neue Geschäftsführer des VDI Zentrums Ressourceneffizienz, Dr. Martin Vogt, auf eine aktuelle Umfrage der VDI Fachgesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik Bezug. Danach sind Energie- und Ressourceneffizienz die wichtigsten Motoren für innovative Prozesse in dieser Branche.

    „Ressourceneffizienz ist aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Gründen unabdingbar.“ Mit diesem Zitat aus dem Koalitionsvertrag unterstrich Helge Wendenburg, verantwortlicher Abteilungsleiter für Ressourceneffizienz im Bundesumweltministerium, einmal mehr die große Bedeutung des Themas in der Politik. „Mit dem Ziel die Rohstoffproduktivität um den Faktor zwei zu steigern ist die deutsche Volkswirtschaft eine der wenigen, die sich überhaupt ein konkretes Ziel gesetzt hat. Bisher sind 46 Prozent erreicht, aber es muss noch ein weiter Weg bis 2020 zurückgelegt werden. Der für 2016 geplante Fortschrittsbericht des Nationalen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess 2.0), wird weit mehr als nur ein status quo Bericht sein. Vielmehr geht es darum, neue Ansätze und Stellschrauben zu definieren. Im Koalitionsvertrag ist weiterhin angelegt, eine nationale Plattform Ressourceneffizienz zu gründen und Ressourceneffizienz in Kleineren und Mittleren Unternehmen (KMU) zu verstätigen und weiterzuentwickeln."

    Ressourceneffizienz erfordert den Mut, anders zu denken und die Schaffung von angstfreien Räumen. Es kommt darauf, an einen Wandel im Konsumverhalten zu erreichen, der sich in der globalen Herstellung und Nachfrage von anderen Formen von Produkten und Dienstleistungen äußert, so das Fazit der Podiumsdiskussion. Gerade in Zeiten von Krisen und großen Veränderungen spielt Kreativität eine außerordentlich wichtige Rolle, die sich in der Gründerzeit von heute widerspiegelt. Prof. Lutz Engelke, TRIAD, beschreibt dies mit den Begriffen „Unordnung als Innovationsprinzip“. Das Bild einer fliegenden Dampfwalze verbindet Engelke mit der kommenden Generation von Unternehmern, deren Geschäftsmodelle durch einen systemischen Wandel und verändertes Denken geprägt sein werden. Diese Unternehmen zeichnen sich durch einen hohen Grad der Vernetzung, Interdisziplinarität und Internationalität aus. Nur die Unternehmen, die mit den notwendigen Systemänderungen Geld verdienen, werden nachhaltig und zukunftsfest.

    Erfolgreich praktizierte Ressourceneffizienz-Beispiele wurden von deutschen Unternehmen aus den Bereichen Rückgewinnung von Wertstoffen und Materialsubstitution präsentiert. So stellte Dr. Klaus Wolfer von Würth Elektronik die Erfolge der Kupferrückgewinnung aus einem speziellen Ätzrecyclingverfahren von Leiterplatten eindrücklich dar. Bei einer Armortisationszeit von nur anderthalb Jahren und vielen Umweltvorteilen, lässt sich mit dem Verfahren jährlich Kupfer im Wert 40.000 Euro zurückgewinnen. Seit mehr als zehn Jahren stellt das Unternehmen Magnetech Bauteile aus Magnesiumdruckguss für die Fahrzeug-, Elektro- und Elektronikindustrie her. Magnesium ist wegen seiner geringen Dichte das leichteste aller derzeit bekannten Konstruktionsmetalle, was es besonders attraktiv macht, um Stahl, Aluminium oder Zink in Bauteilen zu ersetzen.

    „Ressourceneffizienz ist der Treiber von Innovationen und Innovationen erfordern Mut“, resümierte Dr. Harald Bajorat, Leiter des Fachreferats für Ressourceneffizienz im Bundesumweltministerium. „Wir müssen Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachten“, sagte Bajorat. Er sieht große Potentiale für die Ressourceneffizienz auch zwischen den Industrien aus verschiedenen Produktionssparten, was unter dem Stichwort Industrial Symbiosis diskutiert wird. Als Bilanz zog er, dass die Bundesregierung einen Beschleunigungsprozess für ProgRess 2.0 brauche.

    Bilder: Jens Schicke

     

     

    Termin und Programm

    Bereits am Sonntag, 01.12.2013 ab 15:00 Uhr, besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch das Effizienzhaus Plus in Berlin-Charlottenburg teilzunehmen. Wenn Sie teilnehmen möchten, vermerken Sie dies bitte auf dem Anmeldeformular für die Konferenz.

    Die Netzwerkkonferenz findet
    am Montag, 02. Dezember 2013 
    9:45 - 16:30 Uhr
    im 
    Scandic Hotel am Potsdamer Platz
    Gabriele-Tergit-Promenade 19, 10963 Berlin
    statt.

    Programm der Konferenz:

    ab 9:15Einlass und Begrüßungskaffee

    Moderation der Veranstaltung

    • Carla Schönfelder, team ewen, Darmstadt
    9:45-9:50

    Begrüßung

    • Reinhard Kaiser, Bundesumweltministerium, und Dr. Martin Vogt, VDI Zentrum Ressourceneffizienz
    9:50-10:05Das deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) heute und morgen
    • Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche, Bundesumweltministerium (angefragt)
    10:05-10:20Ressourceneffizienz aus der Sicht des Bundesministerium für Bildung und Forschung
    • Liane Horst, Bundesministerium für Bildung und Forschung
    10:20-10:35Ressourceneffizienz im Zuge einer neuen Gründerzeit
    • Interview mit Prof. Lutz Engelke, TRIAD
    10:35-11:00Publikumsdiskussion
    11:00-11:15Kaffeepause und Netzwerken
    11:15-11:30Ressourceneffizienz durch Wertstoffrückgewinnung
    • Interview mit Dr. Klaus Wolfer, Resource Management, Würth Elektronik GmbH & Co. KG
    11:30-11:45Inkrementelle Innovation, ressourceneffiziente Produktion und Nutzung: Das Beispiel Magnesiumdruckguss
    • Interview mit Andreas Bascha, Magnetech GmbH
    11:45-12:00Publikumsdiskussion
    12:00-13:00Ressourceneffizienz und Innovation: Neue Ansätze, neue Akteure, neue Herausforderungen? (Podiums- und Publikumsdiskussion)

    • Thomas Görgen, Bayer Technology Services GmbH& Co. KG
    • Dr. Michael Angrick, Umweltbundesamt
    • Prof. Dr. Anja Grothe, Hochschule für Wirtschaft und Recht
    • Dr. Rolf Buschmann, BUND
    13:00-14:15 Mittagessen und Netzwerken
    14:15-14:45Markt der Möglichkeiten - moderierter Rundgang 
    u.a. mit Ruhruniversität Bochum, Wuppertal Institut, Universität Bayreuth und RKW
    14:45-15:05Sustainable Process Industry through Resource and Energy Efficiency (SPIRE)
    • Padraig Naughton, European Chemical Industry Council (Cefic) 
    15:05-16:05Ressourceneffizienz und Innovationen für die Welt von morgen - Experten und Teilnehmende im Zukunftsdialog

    • Dr. Siegfried Behrendt, IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung 
    • Dr. Simon Berner, Fraunhofer ISI
    16:05-16:15Schlusswort  
    • Dr. Harald Bajorat, Bundesumweltministerium
    16:15Ausklang bei Kaffee, Tee und Kuchen

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