Nachbericht RE vor Ort: Höhr-Grenzhausen

RE vor Ort: Höhr-Grenzhausen, 06.05.2014

Nachbericht:

3. Netzwerktreffen Ressourceneffizienz in der rheinland-pfälzischen Keramikindustrie

Die drastisch gestiegenen Energiekosten zwingen die Betriebe der Keramikindustrie, neben dem Energie- auch den Materialeinsatz zu reduzieren. Die Branche setzt wegen des hohen Energieverbrauchs schon seit Jahren kontinuierlich Maßnahmen zur Energieeinsparung um. Seit vielen Jahren wird vom Forschungsinstitut für Anorganische Werkstoffe-Glas-Keramik GmbH das Thema der Erhöhung der rheinland-pfälzischen Material- und Energieeffizienz im Bereich der Keramikproduktion intensiv unterstützt. Die Glas- und Keramikindustrie ist in Rheinland-Pfalz ein typischer Industriezweig, der sich in einer Umbruchsituation befindet. Die Baukonjunktur, der hohe Importdruck und die rasant gestiegenen Energiepreise machen der Branche zu schaffen. Gleichzeitig liegt die gesamte Wertschöpfung – von der Rohstoffgewinnung über die Aufbereitung bis zur Herstellung und Vermarktung keramischer Produkte – in rheinland-pfälzischen Betrieben.

Die Ergebnisse der jüngsten Projekte für eine höhere Materialeffizienz wurden auf dem 3. Netzwerktreffen Ressourceneffizienz in der rheinland-pfälzischen Keramikindustrie aufgegriffen, das zusammen mit dem Netzwerk Ressourceneffizienz im Rahmen der Veranstaltungsreihe „RE vor Ort“ durchgeführt wurde. Dieses Netzwerktreffen in dem sehr sehenswerten Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen wurde gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, dem EffNet Rheinland-Pfalz, dem Forschungsinstitut für Anorganische Werkstoffe-Glas-Keramik GmbH sowie dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz geplant.

Den 74 Unternehmensvertretern, Beratern, Vertretern der Politik und Verwaltung, Verbänden, Bildungsträgern und der Presse  wurden vielfältige Möglichkeiten dargestellt, wie Firmen in der Keramikindustrie Material- und Energiekosten reduzieren können. Die Vorträge befassten sich mit Themen wie der Minimierung der Ausschussproduktion durch gesteigerte Prozessstabilität, der Wiederverwendung keramischer Reststoffe, den Vorteilen hoher Energieeffizienz in traditionellen Brennöfen und der Effizienzsteigerung durch die Analyse der internen Stoffströme.

In einem sehr anschaulichen Bericht seitens Villeroy & Boch wurden die Potenziale für mehr Ressourceneffizienz aufgezeigt, die sich mit der Einführung von Managementsystemen im Unternehmen ergeben. Ein gutes Beispiel, wie über erfolgreiche Material- und Energieeffizienzprojekte die Produktion von keramischen Industrieprodukten aus dem Ausland nach Deutschland verlagert werden, veranschaulichte sehr eindrucksvoll die Präsentation der Firma Corning GmbH.

Werner Maaß vom VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) aus Berlin stellte in seinem Vortrag „Hilfe zur Selbsthilfe für Ressourceneffizienz in KMUs“  die wirtschaftlichen Vorteile von Material- und Energieeffizienz heraus. Für die erfolgreiche Umsetzung stellt das VDI ZRE eine Vielzahl von Tools zur Verfügung, den eigenen Material- und Energieeinsatz im Unternehmen effizienter zu gestalten. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die langjährige gute Zusammenarbeit des VDI ZRE mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium und dem EffNet hingewiesen, die sich auch in der hohen Zahl von Gute-Praxis-Beispielen aus Rheinland-Pfalz wi derspiegelt, die vom VDI ZRE in einer filmischen Dokumentation aufgearbeitet worden sind.

Insgesamt nahmen 36 Firmenvertreter der Keramikindustrie aus Deutschland an der kostenlosen Veranstaltung teil. Die vielfältigen Förderungen auf Bundes- und Landesebene und die guten Potenziale für mehr Material- und Energieeffizienz waren Thema vieler Gespräche im Anschluss an die Vorträge.