Nachbericht RE vor Ort: Mainz

RE vor Ort: VDI Bezirksverein Frankfurt (am Main)-Darmstadt, 23.10.2014

Nachbericht:

„Energie in aller Munde, aber Rohstoffe werden wieder die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Wie stellt sich das an Rohstoffen arme Deutschland dieser zukünftigen Herausforderung um knapper werdende Ressourcen?“ Ressourceneffizienz – neu denken und neu handeln“

Eine Veranstaltung zusammen mit dem VDI Bezirk Frankfurt-Darmstadt im Rahmen von RE vor Ort

Der Vorsitzende Prof. Dr.-Ing. Armin Huß eröffnete vor 43 Teilnehmern diese gemeinsame Veranstaltung des VDI Bezirksvereins Frankfurt Darmstadt mit dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE). Huß erinnerte an die großen Potenziale, die sich für Unternehmen durch den effizienten Einsatz von Ressourcen in dem verarbeitenden Gewerbe ergeben. Demnach ist es auch eine wichtige Aufgabe der Ingenieure, die Sicherung des Industrie- und Wirtschaftsstandortes Deutschland durch den effizienten Umgang mit Material und Energie zu unterstützen.

Werner Maass vom VDI ZRE verwies auf die großen wirtschaftlichen Vorteile erfolgreicher Ressourceneffizienz im verarbeitenden Gewerbe. Ein Blick in die interne Kostenstruktur produzierender Betriebe zeigt, dass die Materialkosten mit durchschnittlich 45 Prozent die größten Kosten sind. Hierbei verwies Maass auf die Studie des VDI ZRE zu dem Einsparpotenzial für Material und Energie in ausgewählten Branchen der Metallindustrie. Demnach belaufen sich diese Einsparung auf bis zu 2 394 Mio. EUR bei Material und 631 Mio. bei Energie.

In weiteren 14 Beispielen aus den Bereichen der pharmazeutischen Industrie, der Metall-, Kunststoff- und Lebensmittelindustrie, aus dem Einsatz erneuerbarer Energien im industrienahen Handwerk und Krankenhäusern wurden die unternehmerischen Vorteile der Ressourceneffizienz konkret dargelegt. Die Beispiele decken das umfangreiche Spektrum von Ressourceneffizienz im betrieblichen Umfeld ab und reichen von der Optimierung von Prozessen bis zur Veränderung der Produktionstechnologie. Zusätzlich wurde auf die umfangreichen Fördermöglichkeiten für innerbetriebliche Ressourceneffizienz hingewiesen.

Das umfangreiche Informationsmaterial, das das VDI ZRE auf der Webseite www.ressource-deutschland.de zur Verfügung stellt, bietet den Unternehmen die Möglichkeit, in einem ersten Schritt Projekte zur innerbetrieblichen Ressourceneffizienz mit Hilfe der angebotenen Ressourcenchecks und vieler weiterer Arbeitsmittel zu starten. Gute-Praxis-Beispiele, die teilweise in Form von mehr als 25 Filmen aufbereitet sind, verdeutlichen die wirtschaftlichen Chancen für das verarbeitende Gewerbe durch Ressourceneffizienz. Zusätzlich wird für Berater und betriebliche Mitarbeitende ein umfangreiches Programm von Kursen die erfolgreiche Umsetzung von innerbetrieblicher Ressourceneffizienz angeboten.

In der nachfolgenden Diskussion der anwesenden 43 VDI Mitglieder wurden diese klaren Chancen, über Ressourceneffizienz die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes und den Industriestandort Deutschland nachhaltig zu stärken, sehr lebhaft aufgegriffen. In der Diskussion ging es zum großen Teil auch darum, die innerbetrieblichen Hemmnisse für Ressourceneffizienz zu analysieren und deren Gründe zu entkräften. Viele Diskutanten verwiesen auf den zunehmende Notwendigkeit, Materialeffizienz bei der Weiterentwicklung von Produkten, die Teil einer komplexen Lieferkette sind, zu belegen. Vertreter von großen Betrieben bestätigten, dass der notwendig werdende Leichtbau in der Automobilbranche alle Zulieferteile betrifft. Der notwendige Leichtbau ist nur über mehr Materialeffizienz möglich. Weitere Diskussionsthemen bezogen sich auf die großen Potenziale für Energieeffizienz im vorhandenen Wohnungsbestand.

Die 43 Teilnehmer der Veranstaltung kamen zu 38 Prozent von Unternehmen, 28 Prozent aus dem Bereich der Hochschulen und 8 Prozent waren Industrieberater. Die übrigen Teilnehmer verteilten sich gleichstark auf die Bereiche Vereine und Verbände, Studenten und Rentner.