Hanau 8.9.15
Bild: Hessen Trade & Invest (HTAI)

Ressourceneffizienz vor Ort: Hanau 8.9.2015

Über Einsparpotentiale und EU-Fördermöglichkeiten informierte die Veranstaltung „Ressourceneffizienz vor Ort“ im Industriepark Wolfgang in Hanau. Rund 50 Vertreter produzierender Unternehmen, von Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen, Multiplikatoren aus Behörden, Verbänden und weiteren Institutionen sowie Umwelttechnologieanbieter nahmen teil. Eingeladen hatte im Rahmen der Reihe „Ressourceneffizienz vor Ort“ des Netzwerks Ressourceneffizienz die Technologielinie Hessen-Umwelttech im Auftrag der Hessischen Landesregierung. Kooperationspartner sind das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE), die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, die Nationale Kontaktstelle KMU sowie das Enterprise Europe Network Hessen.

„Im Zuge zunehmender Verknappung endlicher Rohstoffe und Ressourcen wird die Sicherstellung einer Materialversorgung zu einer zentralen Herausforderung“, erklärte Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH. „In diesem Zusammenhang wächst die Bedeutung einer effizienten Material –und Ressourcennutzung. EU-Förderprogramme können Unternehmen wettbewerbsfähiger machen, indem sie helfen, Aktivitäten zur Ressourceneffizienz zu entwickeln und umzusetzen.“

Der Industriepark Hanau-Wolfgang, zweitgrößter Industriepark in Hessen, in dem ca. 5000 Mitarbeiter beschäftigt sind, stellte einen idealen Veranstaltungsort dar, da dort viele Unternehmensvertreter als Zielgruppe einen kurzen Weg hatten. Darüber hinaus reisten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aufgrund ihres Interesses am Veranstaltungsthema auch überregional an. Die teilnehmenden Unternehmen entstammten den unterschiedlichsten Bereichen wie der Magnettechnik, der Sensorik, der Kunststoffherstellung, der Automobiltechnik und dem Recycling. Sie alle waren sich jedoch in der Feststellung einig, dass die Steigerung der Material- und Energieeffizienz einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für das eigene Unternehmen darstellt.

Die 2011 neu gegründete länderübergreifende Fraunhofer Projektgruppe IWKS, eine Projektkooperation der Länder Bayern und Hessen, stellte ihr Angebotsspektrum für Unternehmen vor: Entwicklung von Ressourcenstrategien bezogen auf Kritikalität sowie Entwicklung von Recycling- und Substitutionsstrategien. In diesem Kontext werden auch Stoffstrom- und Lebenszyklusanalysen sowie Machbarkeitsstudien angeboten.

Im zweiten Veranstaltungsteil ging es um die Realisierung konkreter Maßnahmen. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz stellte den Unternehmensvertretern und Beratern ihre Tools für den Einstieg in das Thema Ressourceneffizienz vor. Damit lassen sich die ersten Schritte in der praktischen Umsetzung von Effizienzprojekten im Unternehmen vollziehen. So geben die Instrumente Ressourcencheck und Kostenrechner erste Denkanstöße, wo sich im Unternehmen Effizienzpotentiale heben lassen. Angeregt wurde diskutiert, dass nicht immer nur die ganz großen Sprünge wie Technologiewechsel oder Prozessauswahl zur Effizienzsteigerung führen. Auch kleine Projekte wie das Waschen von Arbeitshandschuhen können große Wirkung zeigen und Mitarbeiter sowie Geschäftsführer vom Nutzen der Thematik Ressourceneffizienz für den wirtschaftlichen Erfolg überzeugen.

Die Nationale Kontaktstelle für Kleine und Mittlere Unternehmen (NKS KMU) bietet Informationen und Beratung zum umfangreichen europäischen Förderprogramm Horizont 2020 an. Das kommende Arbeitsprogramm 2016/17 der Europäischen Kommission – bislang unveröffentlicht – wird sich auch intensiv mit dem Thema Ressourceneffizienz beschäftigen, so dass hier Fördermöglichkeiten für Unternehmen zu erwarten sind, wie die Rednerin auf der Veranstaltung ankündigte.

Wie Unternehmen sich im Förderdschungel der Europäischen Union zurechtfinden können, stellte ein Vertreter vom Enterprise Europe Network Hessen vor: Das Netzwerk liefert nicht nur Tipps zur Antragstellung, sondern bietet auch Beratung und Begleitung von der Projektidee, über die Antragsstellung bis zum Projektstart kostenfrei für Unternehmen an.

Die Vorträge sind unter folgendem Link zu finden:

http://www.hessen-umwelttech.de