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Wie viel Recycling steckt tatsächlich im T-Shirt?

03.07.2020

Das Verwenden von recycelten Kunststofffasern aus Polyester (R-PET) zum Herstellen von Kleidung oder Schuhen könnte es Unternehmen ermöglichen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Aus diesem Grund könnte R-PET auch ein Marketing-Instrument werden, denn immer mehr Kunden wollen umweltbewusster einkaufen. Das Problem: „Das R-PET unterscheidet sich chemisch nicht vom so genannten Virgin-PET, also dem erdölbasierten Polyester", erklärt Tobias Herzog von Tailorlux (Münster). Da R-PET im Einkauf jedoch teurer sei als die neu hergestellten Kunststofffasern, bestehe ein großes Missbrauchspotenzial. Tailorlux will in einem Projekt, das die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell mit 88.000 Euro fördert, einen chemischen, umweltverträglichen Marker entwickeln. Damit sollen die R-PET-Fasern beim Herstellen gekennzeichnet werden, sodass sich mit einem Sensor der Recyclinganteil eines Produktes genau bestimmen lasse.

Wie viel R-PET steckt tatsächlich im T-Shirt?

Hier setze das Vorhaben von Tailorlux an. Das Unternehmen entwickle stabile, umweltverträgliche Materialien, die leuchtende Eigenschaften besitzen. Beim Herstellen der R-PET werde dieses Material eingebracht und hinterlasse so einen optischen Fingerabdruck, den man mit einem einfachen Sensor auslesen könne. Das Material bleibe Teil des Produktes, zum Beispiel eines T-Shirts, selbst wenn dieses beim Recycling zerstört werde. Getestet werden verschiedene Recyclingmethoden, die unterschiedliche Zusammensetzungen von Neu- und Recyclingmaterial ergeben. Der Sensor lese die Variationen aus und füttert damit einen lernenden Algorithmus. Tobias Herzog erklärt: „Mit diesem Verfahren kann dann per Knopfdruck der tatsächliche Anteil an Recyclingfasern im Produkt festgestellt werden." Zusätzlich ließen sich weitere Informationen wie Chargen oder Bezugsquellen der Rohstoffe auslesen und speichern. So könnten sowohl Hersteller als auch Käufer von R-PET falsche Angaben ausschließen.

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