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ProgRess III: DIN, DKE und VDI veröffentlichen Normungslandkarte

19.04.2021

Beitrag für mehr Ressourceneffizienz

DIN, DKE und VDI haben heute die Normungslandkarte zur Ressourceneffizienz veröffentlicht und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Deutschen Ressourceneffizienzprogramm ProgRess III.

Das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN), die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (DKE) und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) haben heute die Normungslandkarte zur Ressourceneffizienz veröffentlicht. In dem Papier analysiert die gemeinsame Aktionsgruppe Normen und Standards, die schon heute in Wertschöpfungsketten und Stoffkreisläufen zur Anwendung kommen und damit einen wichtigen Beitrag zum Deutschen Ressourceneffizienzprogramm ProgRess III leisten. Gleichzeitig werden in der Normungslandkarte Bedarfe für Normungs- und Standardisierungsprojekte im Hinblick auf mehr Ressourceneffizienz identifiziert.

Normen und Standards als Wegbereiter

„Um ein ressourcenschonendes und zirkuläres Wirtschaftssystem europaweit auszurollen, ressourcenschonenden Konsum zu ermöglichen und die globalen Zuliefer- und Wertschöpfungsketten zu prägen, sind Normen und Standards ein wesentlicher Wegbereiter“, sagt Dr. Bärbel Wernicke, stv. Geschäftsleiterin Normung und Standardisierung bei DIN und Leiterin der Aktionsgruppe. „Dementsprechend möchten wir mit unserer Normungslandkarte die Umsetzung von ProgRess III unterstützen und mit vorantreiben.“

Konkretes Angebot an Wirtschaft, Politik und Behörden

Dr.-Ing. Hans-Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Materials Engineering, ergänzt: „Mit der Normungslandkarte geben wir Unternehmen, die ressourceneffiziente Produkte auf dem aktuellen Stand der Technik entwickeln und sich an den Maßnahmen von Progress III orientieren wollen, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an Forschungsprojekten der benannten Handlungsfelder arbeiten, sowie Ministerialbeamten und Projektträgern, die Förderrichtlinien schreiben, eine hilfreiche Übersicht an die Hand."

ProgRess III: Treiber für die Ressourceneffizienz

Mit der Verabschiedung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess) hat sich Deutschland 2012 als einer der ersten Staaten auf Ziele, Leitideen und Handlungsansätze zum Schutz der natürlichen Ressourcen festgelegt. Die dritte Version des Programms (ProgRess III) wurde am 17. Juni 2020 vom Bundeskabinett verabschiedet. Ziel von ProgRess III ist die Steigerung der Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Bedarfe für Normungs- und Standardisierungsprojekte

In ProgRess III werden erstmals konkrete Maßnahmen benannt, bei denen ein großer Beitrag zur Ressourceneffizienz zu erwarten ist oder mit denen auf wichtige aktuelle Herausforderungen reagiert werden soll. Das Programm enthält insgesamt 118 Maßnahmen. Davon sind 56 Maßnahmen für DIN, DKE und VDI relevant. In der vorliegenden Normungslandkarte werden insgesamt 428 Dokumente benannt, davon 301 veröffentlichte Normen und Standards, 46 Entwürfe und 81 laufende Normungs- und Standardisierungsprojekte, die schon heute in Wertschöpfungsketten und Stoffkreisläufen zur Anwendung kommen oder noch kommen werden. Auf Grundlage dieser Übersicht kann der Einfluss von Normen und Standards auf die genannten Maßnahmen bewertet und mögliche Bedarfe für Normungs- und Standardisierungsprojekte – „Normungslücken“ – identifiziert werden, die für die Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen benannt wurden.

Konkreter Nutzen für mehr Ressourceneffizienz

So schlagen DIN, DKE und VDI zum Beispiel vor, Normen und Standards zu schaffen bzw. zu überarbeiten, die Kriterien und Verfahren für die Reparierbarkeit von Produkten festlegen oder als Grundlage für die Entwicklung einer Kennzeichnung des Anteils von Recyclingkunststoffen dienen können. Für den Ausbau der Ressourceneffizienz ist zudem die Digitalisierung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Normen und Standards spielen auch in diesem Kontext eine wesentliche Rolle und können dabei einen wichtigen Beitrag leisten – unter anderem für die Transparenz und Nachhaltigkeit des Lieferkettenmanagements.

Mitwirkung erwünscht

„Normung und Standardisierung ist Gemeinschaftsaufgabe. Wir wollen alle interessierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Behörden dazu einladen, ihre Ideen und Anregungen für mehr Ressourceneffizienz in die technische Regelsetzung einzubringen und an zukünftigen Normungs- und Standardisierungsprojekten bei DIN, DKE und VDI mitzuwirken“, erklärt Dr. Julia Migenda, Koordination Umwelt und Nachhaltigkeit bei der DKE.

Mehr Informationen finden Sie unter www.din.de/go/progress.