Die für Klima- und Ressourcenschutz sowie Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten immens wichtige Kunststoff-Recycling-Branche benötigt bundesweit dringend neue Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Wuppertal Instituts im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Derzeit sei die Lage dramatisch, so das Forschungsinstitut in einem Positionspapier, das heute (Mittwoch) auf der Umwelttechnologie-Messe IFAT in München präsentiert wird und sechs Lösungen zur Rettung der Branche vorschlägt, darunter: Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle, globale Plastikabgabe und Beschaffungen der öffentlichen Hand für zusätzliche Nachfrage nach Rezyklaten, also recycelten Kunststoffen.
Bonde: Diesen Trumpf dürfen wir nicht verspielen
„Eine umfassende Kreislaufwirtschaft sollte für Kunststoff Kompass sein“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Der angespannte Rezyklate-Markt muss mit Innovationen gestützt werden – sonst droht ein Verlust von Industrie und Ideen.“ Vielversprechende Technologien in Deutschland müssten am Markt etabliert werden. „Diesen Trumpf dürfen wir nicht verspielen“, so Bonde. Die Wertschöpfungskette Kunststoff sei weitgehend linear organisiert, die Kunststoffherstellung basiere vor allem auf dem fossilen Öl und verursache enorme Abfallmengen. Notwendig sei jedoch „eine Abkehr vom linearen Muster des ‚take-make-waste‘, also Abbau, Nutzung und Abfall von Rohstoffen. Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften funktioniert nur in einer Circular Economy – vom Produktdesign über Müllvermeidung bis zum Wiederverwerten, Teilen, Reparieren und Recyceln“, so Bonde.