Die Bedeutung des Handels für den Erfolg einer zirkulären Wirtschaft: Interview mit Dr. Nicole Freiberger und Jessika Kunsleben

Was ist eigentlich nachhaltiger Handel?

Dr. Freiberger: Nachhaltiger Handel bedeutet, wirtschaftliches Handeln konsequent mit ökologischer Verantwortung zu verbinden: Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Handel kann zum Beispiel ganz viel für zirkuläres Wirtschaften bewirken und seine Stärken einsetzen. Es geht nicht um Symbolpolitik im Regal, sondern um strukturelle Entscheidungen in Beschaffung, Logistik und Sortimentsgestaltung. Der Handel hat dabei eine Wirkungsmacht, die kaum ein anderer Akteur in der Wirtschaft hat. Kurz gesagt: nachhaltiger und zirkulärer Handel bedeutet, fair, umweltbewusst und zukunftsorientiert zu wirtschaften – und das Ganze zum Vorteil von Mensch, Natur und Wirtschaft. Das geht über reinen Profit hinaus und berücksichtigt die gesamte Lieferkette.

Warum ist Zirkularität für den Handel so wichtig?

Kunsleben: Weil der Handel eine systemische Schlüsselposition in der Volkswirtschaft einnimmt. Er steuert Warenströme, setzt Lieferantenstandards und beeinflusst Produktionsbedingungen weltweit. Wer als Handelsunternehmen Nachhaltigkeitskriterien in die Beschaffung integriert, erzeugt Hebelwirkungen entlang der gesamten Lieferkette, die kein einzelner Produzent alleine erreichen kann. Als Übersetzer, Antreiber, Vermittler und Mitgestalter trägt er zu Umwelt- und Klimaschutz, verbesserten Lebensbedingungen weltweit, globaler Gerechtigkeit und bewusstem Konsum bei. Und er stellt den Lückenschluss zwischen Unternehmen und Konsumenten dar.

Weiterlesen…

Kontakt

Effizienz-Agentur NRW

Dr.-Hammacher-Straße 49
47119 Duisburg

Tel: +49 203 37879-30
Fax: +49 203 37879-44
E-Mail: efa@remove-this.efanrw.de 

Zum Seitenanfang