Umweltinformationen werden zum entscheidenden Kriterium im Wettbewerb

Im Wettbewerb gewinnt nicht automatisch die bessere Umweltleistung, sondern die, die vergleichbar gemacht wird.  

Mit dem DIN EPD-Programm entsteht jetzt ein Rahmen, der mehr Vergleichbarkeit für Umweltinformationen schafft. Wie das funktioniert und warum Unternehmen sich jetzt mit dem Thema beschäftigen sollten, erklärt Daniel Schmidt, Mitglied des Vorstandes von DIN, im Interview.  

Herr Schmidt, was ist das eigentliche Problem bei der Bereitstellung von Umweltinformationen: produzieren Unternehmen gar nicht nachhaltig – oder können sie es nicht nachweisen? 

Beides gibt es natürlich, aber in der Praxis zeigt sich aktuell ein ganz konkretes Problem: Unternehmen produzieren nachhaltig, können das aber nicht so darstellen, dass es im Wettbewerb zählt. Nicht, weil die Daten fehlen, sondern weil die Berechnungsgrundlagen zu unterschiedlich sind. Es gibt Anbieter, die zum Beispiel nur die Produktion erfassen, andere zusätzlich Transport und Nutzungsphase. Beide nennen einen CO₂-Wert und beide Zahlen stimmen, sie führen aber trotzdem zu gegensätzlichen Entscheidungen. Wer dann in einer Ausschreibung verliert, verliert also vielleicht gar nicht wegen schlechterer Umweltleistung. Sondern weil er seine Leistung anders berechnet hat. 

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