Zu wertvoll für den Schrott

10 Millionen Tonnen – so viel Elektroschrott fällt in der Europäischen Union pro Jahr an. Das Problem liegt jedoch nicht in der Menge allein: Besonders die Elektronik-Komponenten von sogenannter „weißer Ware“ – sprich Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke oder Spülmaschinen – enthalten wertvolle Metalle wie Kupfer, Gold und Palladium. Doch schon bei einem kleineren Defekt landet häufig nicht nur das betroffene Bauteil, sondern das ganze Gerät auf dem Schrott. Und damit gehen ebenso noch intakte Komponenten sowie die darin enthaltenen Rohstoffe dem Kreislauf verloren.


Rechtlicher Rahmen: Das EU-Recht auf Reparatur

Seit dem 31. Juli 2026 gilt in der EU ein verbindliches Recht auf Reparatur. Hersteller bestimmter Produktgruppen sind verpflichtet, Reparaturen auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung zu einem angemessenen Preis anzubieten. Wer reparieren lässt, erhält zudem zwölf Monate zusätzliche Gewährleistung auf die im Rahmen der Reparatur erneuerten Komponenten. Eine solche Nachserienversorgung mit Ersatzteilen bindet Herstell- und Zulieferunternehmen weit über das Produktionsende hinaus; je nach Baugruppe erstrecken sich die Vorhaltezeiträume über mehrere Jahre. Das stellt die Konsumgüter-Industrie vor logistische Herausforderungen – und eröffnet gleichzeitig innovativen Geschäftsmodellen neue Chancen.

Weiterlesen…

Zum Seitenanfang