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Klimaclubs für die Stahlindustrie

20.06.2022

Fachzeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlicht Kommentar

Die Bundesregierung hat angekündigt, im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft einen internationalen Klimaclub zu initiieren. Wie genau ein solcher Klimaclub aussehen könnte, skizzieren Wissenschaftler*innen in ihrem Beitrag "A Climate Club to Decarbonize the Global Steel Industry", der in der Fachzeitschrift Nature Climate Change erschienen ist. Seitens des Wuppertal Instituts gehören Dr. Lukas Hermwille, Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Annika Tönjes, Clemens Schneider sowie Wolfgang Obergassel zum Team der Autor*innen.

Bisher zielen die meisten Klimaclub-Vorschläge darauf ab, unter den Mitgliedern CO2-Preise und entsprechende Politikinstrumente zu koordinieren. Nicht-Mitglieder werden hingegen mit Zöllen oder ähnlichen Strafzahlungen belegt, um die eigene grüne Industrie vor nicht nachhaltiger Konkurrenz zu schützen. Stattdessen schlagen die Autor*innen nun vor, einen Klimaclub an den konkreten transformativen Herausforderungen einzelner Sektoren zu orientieren und machen einen entsprechenden Vorschlag für die Stahlindustrie. Ein solcher Club könnte die Transformation der Stahlindustrie beschleunigen, indem er politische, ökonomische und technologische Unsicherheiten gezielt in Angriff nimmt. "Um die Industrie-Transformation erfolgreich umzusetzen, müssen in den nächsten zehn Jahren erhebliche Teile der bestehenden Hochöfen durch CO2-freie Technologien ersetzt werden. Doch diese Technologien sind bisher noch nicht in der Breite verfügbar", betont Lukas Hermwille, Hauptautor des Beitrags und Senior Researcher im Forschungsbereich Internationale Klimapolitik am Wuppertal Institut. Außerdem benötigen diese Technologien neue Infrastrukturen sowie erhebliche Mengen erneuerbaren Strom und grünen Wasserstoff. Bislang ist zudem noch unklar, ob und wie sich die Nachfrage nach grünem Stahl entwickeln wird die auch die Refinanzierung der Mehrkosten von grünem gegenüber konventionell gefertigtem Stahl ermöglicht. In ihrem Beitrag erläutern die Wissenschaftler*innen, wie ein Stahl-Klimaclub konkrete Beiträge zur Überwindung dieser Herausforderung liefern könnte.

Der Fachbeitrag entstand innerhalb des Forschungsprojekt "NDC ASPECTS", welches durch das Horizont 2020 Forschungsprogramm der Europäischen Union unter Finanzhilfevereinbarung Nr. 101003866 gefördert wird. Die Forschenden erstellen im Rahmen des Projekts globale und nationale Pfade zur Dekarboniserung von vier für den Klimaschutz zentralen Sektoren und untersuchen internationale politische Rahmenbedingungen, die diese Transformation ermöglichen und befördern können.

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