7. BilRess-Konferenz

7. BilRess-Konferenz: Bildung:Ressourcen:Garten:Landschaft

Am 14. September 2017 fand in Berlin, auf dem IGA Geländen,die 7. BilRess-Netzwerkkonferenz statt. Sie widmete sich dem Thema “Bildung:Ressourcen:Garten:Landschaft”.

Private und öffentliche Gärten und Landschaften sind charakteristisch für die Art des Wohnens und Lebens in Deutschland. Gärten und Landschaften sind keine Naturflächen, sie sind von uns Menschen gestaltete Umwelt, die einhergeht mit einem oftmals großen Einsatz natürlicher Ressourcen. Zuerst mag man bei der Gestaltung an biotische Ressourcen denken, doch werden für die Garten- und Landschaftsgestaltung auch abiotische Rohstoffe in vielfältiger Form genutzt: Mineralische Rohstoffe wie Schotter und Split als Weggrundlage, Betonsteine für das Pflaster, Natursteine für Abtreppungen, Beton und Mörtel für Gartenmauern, Edelkiese oder Steinbruch für kleine und große Gabionen sowie dekorative Steine aus der ganzen Welt zur Gartengestaltung oder für Wasseranlagen. Kalk, Phosphor- und Eisendünger ermöglichen prächtige Pflanzanlagen selbst auf kargen märkischen Sandböden. Wichtige biotische Ressourcen, die zum Einsatz kommen, sind die Bepflanzung an sich, pflanzliche Düngemittel, aber auch stofflich genutzte Rohstoffe wie einfaches Kiefern- oder witterungsfestes Tropenholz. Rohstoffe werden zugleich vielfältig für Erstellung und Betrieb der Infrastruktur wie z. B. Bewässerung, Beleuchtung, Ruhemöglichkeiten und Spielplatzgeräte benötigt.

Nach der Begrüßung seitens der BilRess-Projektleitenden Holger Rohn und Dr. Michael Scharp erläuterte die Moderatorin Julia Fielitz (zebralog) das Tagesprogramm. Als erster Redner übermittelte zunächst Herr Matthias Kolle, Leiter Planung, Bau und Betrieb der IGA ein Grußwort an die Teilnehmer*nnen. Er betonte die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit bei Bau, Betrieb und Planung des Rückbaus,die bei der Ausstellung beachtet wurden. Im Anschluss wurden die Teilnehmer*nnen zunächst zu Tischgesprächen zu den Theme n Gartengeräte, Mineralien und Steine,
Bewässerung, Spielgeräte, Gartenmobiliar, heimischen Pflanzen und Saatgut, Beleuchtung, Humus und Kompost, Zäune & Hecken, und Nistkasten & Insektenhotel eing eladen. Die Tische waren jeweils mit haptisch-optischen Materialien zu den Themen vorbereitet und starteten mit Vorstellungsrunden um den Austausch zwischen den Teilnehmer*innen zu fördern.


Vorträge

In seinem Grußwort betonte Reinhard Kaiser, BMUB, dass die grüne Umwelt für das Lebensgefühl der Menschen essentiell ist, und dabei aber die Frage des minimalen Natur- und Ressourceneinsatzes mitgedacht werden muss. Das Thema der 7. BilRess-Konferenz Bildung:Ressourcen:Garten:Landschaft ist bisher in der Deutschen Ressourceneffizienz-Debatte ein Nebenthema, allerdings mit erheblichem Ressourcenverbrauch: u.a. durch die Vielzahl und Menge an Baustoffen, aber auch die Vollausstattung an Gartengeräten bei geringer Nutzungsintensität und die Ressourcenintensität von Akkus. Zudem verwies Hr. Kaiser auch auf die Klimarelevanz des Ressourcenverbrauches.

Im Rahmen der Beschreibung der politischen Entwicklungen auf internationaler Ebene (G7, G20, CoP 23, EU) betonte Hr. Kaiser auch die Weiterentwicklung des deutschen Ressourceneffizienzprogrammes (ProgRess) und wies auf die verschiedenen Möglichkeiten hin, sich in die Entwicklung von ProgRess III einzubringen.

Prof. Dr. habil. Hartmut Balder, Beuth Hochschule für Technik Berlin sprach in seinem Vortrag zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen im Garten und Landschaftsbau zu den Besonderheiten der Wertschöpfungskette GaLaBau und ging auf die Schwerpunkte Baugrund, Materialien, Finanzierung und Pflege ein. Am Beispiel von Baumpflanzungen zeigte der Vortrag sehr plastisch auf, welche Dinge bei der langjährigen Anzucht, der Logistik und Vegetationstechnik und in der langjährigen Unterhaltung zu beachten sind und welche Fehler häufig dabei passieren. Prof.Balder zeigte ferner als Mitautor des” Weißbuchs Stadtgrün” die zehn wesentlichen Handlungsfelder auf dem Wege zu einer grünen Stadt auf.

Der verborgene Fußabdruck von Deutschlands Gärten war das Vortragsthema von Prof. Dr. Stefan Bringezu, der Universität Kassel. Im Vortrag wurde nach einer Übersicht zu Gärten in Deutschland exemplarisch der ökologische Rucksack des “gebauten Gartens” am Beispiel von Beton und Steinen, des “gedüngten Gartens” am Beispiel von Stickstoff, Phosphat und Kalium und des “beschnittenen Gartens” am Beispiel von Gartengeräten wie dem Rasenmäher betrachtet. Anhand vieler Bilder sorgte Prof. Bringezu für neue und überraschende Einblicke zu den global verteilten Abbauorten für die verschiedenen im Garten eingesetzten Materialien: Sand und Kies aus Deutschland, Phosphat z.B. aus Marokko, den USA oder China, Kalium aus Thüringen, Stahl, Kupfer und Lithium für Rasenmähe-Akkus aus Südamerika. Neben der Rohstoffgewinnung wurde in anschaulichen Beispielen die Umweltbelastung und der ökologische Rucksack dargestellt und mögliche Handlungsalternativen aufgezeigt.

Die anschließende Publikumsdiskussion mit den beiden Referenten nutzten zahlreiche Teilnehmer*innen, um Rückfragen und eigene Aspekte rund um eine ressourcenschonendere und nachhaltigere Garten- und Landschaftsgestaltung einzubringen.

Wie auch zu Veranstaltungsbeginn hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit in der Mittagspause bei den 16 Aussteller*innen interessante Bildungsmaterialien und auch praktische Vorführungen zu Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz kennenzulernen und zu erfahren.

Der Programmpunkt Lernstationen wurde dieses Mal auf besondere Weise gestaltet: die Lernstationen zu Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz im GaLaBau fanden überwiegend im Freien statt und waren auf das gesamte IGA-gelände verteilt. Die Teilnehmer*innen wurden in Gruppen je von einem Team des BilRess-Netzwerks über das Gelände zu den Lernstationen geführt und dort von den Organisator*innen/Referent*innen erwartet.

Themen waren dieses Mal:

  1. Nachhaltige Ressourcennutzung: Der Wandel von Benzin zu Akku-Motorgeräten (Husqvarna Deutschland GmbH)
  2. Urban Farming 2.0 – AquaTerraPonic (Top Farmers GmbH)
  3. Phosphorrecycling „Berliner Pflanze“ (Berliner Wasserbetriebe)
  4. Bambuswelten (Ziegert|Roswag|Seiler Architekten Ingenieure)
  5. Faire und ökologische Naturwerksteine (BESCO Berliner Steincontor GmbH)
  6. Seltene Tomaten & Co – Biodiversität und Saatgut (i-Punkt Grün & Lilatomate, Melanie Grabner)
  7. Trends in Haus- und Privatgärten (Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg)
  8. Ressourcennutzung und Seilbahnen

Ausblick und Verabschiedung

Am Ende der 7. BilRess Netzwerkkonferenz versammelten sich die Teilnehmenden nochmal nach dem Rundgang durch die Lernstationen und konnten die vielfältigen neuen Eindrücke austauschen. Insgesamt bot die Netzwerkkonferenz neben den Vorträgen und den praktisch orientierten Lernstationen auchieses Mal den TeilnehmerInnen wieder Gelegenheit sich über neues Wissen auszutauschen und zu Netzwerken Mit dem Hinweis auf die 8. BilRess-Netzwerkkonferenz und einem großen Dank an die IGA, die Teilnehmenden, Aussteller/-innen, Vortragenden, Moderatorin und das gesamte BilRess-Team verabschiedeten Michael Scharp und Holger Rohn die verbliebenen Gäste.

Save-the-date: 8. BilRess - Netzwerkkonferenz am 06.03.2018 in Frankfurt