Nachbericht RE vor Ort: Mainz

RE vor Ort: Mainz, 17.07.2014

Nachbericht:

„3. Unternehmerfrühstück im Rahmen von RE vor Ort am 17. Juli 2014 in Mainz“

Das Netzwerk Ressourceneffizienz und das Effizienznetz Rheinland-Pfalz (EffNet) veranstalteten gemeinsam mit der Stadt Mainz, dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (LUWG) sowie der Energieagentur Rheinland-Pfalz das dritte Unternehmerfrühstück zum Thema „Ressourceneffizienz im Unternehmen“. Steigende Rohstoff- und Energiekosten führen in immer mehr Unternehmen zu Überlegungen und Maßnahmen zur Ressourceneffizienz. Das Unternehmerfrühstück bot Kurzvorträge zu aktuellen Fragestellungen und Fördermöglichkeiten und wurde durch Praxisbeispiele von bereits realisierten Maßnahmen im Bereich der Ressourceneffizienz in Rheinland-Pfalz ergänzt.

Frau Dr. Gresch von der Stadt Mainz erläuterte die Aktivitäten des Kooperationsprojektes ÖKOPROFIT, das zwischen der Stadt Mainz, der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, der Handwerkskammer Rheinhessen, dem RKW Rheinland-Pfalz und zahlreichen mitwirkenden Institutionen für dieses betriebliche Umweltberatungsprogramm seit 2006 besteht. ÖKOPROFIT hat in Mainz sieben Projekte erfolgreich durchgeführt. Insgesamt haben sich 90 Unternehmen unterschiedlichster Branchen mit beeindruckenden Ergebnissen daran beteiligt.

Herr Timo Gensel vom LUWG referierte über das Effizienznetz Rheinland-Pfalz (EffNet), das eine zentrale, fachübergreifende und nichtkommerzielle Informations- und Beratungsplattform und eine Verknüpfung der verschiedenen Einzelinitiativen im Land Rheinland-Pfalz zu einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot umfasst. Sehr erfolgreich werden die EffCheck-PIUS-Analysen in Rheinland-Pfalz angeboten, die jährlich für bis zu 30 Betrieben - insbesondere mittelständische (private oder kommunale) Unternehmen die Möglichkeit bieten, durch einen EffCheck die Produktion von einem Beratungsunternehmen auf Kosteneinsparpotenziale hin überprüfen zu lassen. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt für jeden EffCheck maximal 70 % der Beratungskosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.800,- Euro. Größere Betriebe können ebenfalls an dem Programm teilnehmen, allerdings ohne einen finanziellen Zuschuss vom Land zu erhalten. Die mittels EffCheck in den Bereichen Energie, Wasser, Material, Emission und Abfall ermittelten Einsparpotenziale dienen dem Unternehmen als Grundlage für die Umsetzung von betrieblichen Maßnahmen.

Herr Hallfell von der enbiz GmbH, Kaiserslautern, zeigte anhand konkreter Projekte die wirtschaftlichen Potenziale von Material- und Energieeffizienz. So konnte ein Hersteller für Weingelee durch die Umstellung des Produktionsprozesses den Verbrauch an Gas um 33% senken und die Abwassermengen wesentlich reduzieren. Die Investitionen lagen bei ca. 10.000,00 EUR, die in einer kurzen Zeit amortisiert waren. In einem weiteren Beispiel aus der mittelständischen Lebensmittelindustrie wurden durch den EffCheck folgende Potenziale zu den Themen Ressourceneffizienz, Energie und Umwelt herausgearbeitet. Die  Stromkosten konnten durch die Erzeugung von Strom und Wärme durch ein Blockheizkraftwerk und durch eine angepasste Temperaturführung des Tiefkühlraumes reduziert werden. Die Entsorgungskosten konnten durch die sortenreine Trennung von Folien und anderen Reststoffen erheblich verringert werden.

Herr Maass vom VDI ZRE fasste die Ergebnisse des Workshops zusammen und ergänzte seinen Vortrag mit den vielen Werkzeugen, die auf der Webseite „Ressource-Deutschland.de“ für die Umsetzung betrieblicher Material- und Energieeffizienz verfügbar sind.

Dieses dritte Unternehmerfrühstück war mit 29 Teilnehmern sehr gut besucht.

Die Veranstaltung war Teil der bundesweiten Reihe „Ressourceneffizienz vor Ort“ des Netzwerks Ressourceneffizienz, organisiert durch die Geschäftsstelle beim VDI Zentrum Ressourceneffizienz. Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmer ausreichend zum Netzwerken und persönlichen Austausch mit den Referenten.